Raus aus der Komfortzone! Oder: Alleine mit Baby in den Kurzurlaub

Ich war eigentlich schon immer eine, die immer mal wieder aus ihrer Komfortzone ausgebrochen ist (oder sie manchmal auch nur leise und vorsichtig verlassen hat). Und jedes Mal hat es sich gelohnt, sodass ich mit der Zeit ein richtiger Fan davon geworden bin. Natürlich fiel es mir trotzdem jedes Mal auch schwer – sonst wäre es ja kein Verlassen der Komfortzone.

Angefangen hat meine Komfortzonenverlasskarriere in der 11. Klasse, als ich für sechs Monate an eine High School in den USA ging. Ein mutiger Schritt mit gerade mal 17. Aber mannomann, was hatte ich ein Heimweh! Diese Zeit war alles andere als einfach, denn ich habe lange gebraucht, um mich dort einzuleben und wohlzufühlen. Jedoch würde ich rückblickend sagen, dass diese Erfahrung mich bisher am meisten geprägt und sehr viel verändert hat. Es folgten viele andere große und kleine Erfahrungen außerhalb meiner Komfortzone. Und jede Einzelne hat mich wachsen und lernen lassen.

Im Vergleich wirkt das, was ich heute schildern möchte, gar nicht so groß und das war es auch nicht. Aber es war definitiv eine Erfahrung, die sich gelohnt hat und an die ich gerne zurückdenke. So gerne, dass ich sie eines Blog-Artikels würdig finde 🙂

Vor einem Monat war ich für ein Wochenende alleine mit meinem kleinen Sohn in einem wunderschönen Familienhotel. Nur wir beide, in einem Doppelzimmer, unter lauter kleinen und großen Familien (jedoch keinem einzigen anderen Single-Parent-plus-Kind).

Die Vorstellung, dort alleine mit ihm hinzufahren, reizte mich irgendwie und gleichzeitig hatte ich ein wenig Respekt davor. Schließlich ist es auch zuhause schon anstrengend, zwei komplette Tage ganz allein mit ihm zu sein. Aber noch komischer war die Vorstellung, dass ich auffallen würde. Die anderen könnten ja denken, ich sei eine Alleinerziehende, die Urlaub mit ihrem kleinen Baby macht. Was natürlich eigentlich nicht schlimm wäre, ich habe schließlich größten Respekt vor Alleinerziehenden. Aber irgendwie will man ja trotzdem nicht, dass man von anderen eventuell in eine bestimmte Schublade gesteckt wird. Oder vielleicht sogar bemitleidet wird.

Wie dem auch sei, die Vorstellung, ein Wochenende in einem tollen Babyhotel mit meinem Sohn verbringen zu können, überwog. Mit einem leichten Kribbeln im Bauch machten der Kleine und ich uns freitags auf in Richtung Bayerischer Wald. Das Hotel war genial, wir fühlten uns von Anfang an total wohl. Hier wurde wirklich an alles gedacht, was man im Urlaub mit Kind oder Baby braucht.

Es kam aber relativ schnell der Moment, an dem wir auffielen: Abends beim ersten Abendessen. Alleine mit dem Kleinen auf dem Arm spazierte ich in den Speisesaal und musste – Buffetform sei dank – mit ihm auf dem Arm auch mein Essen holen. Natürlich saßen wir auch nur zu zweit an einem Tisch. Es ist schon ein wenig komisch, inmitten von Familien „alleine“ zu sein. Mit alleine meine ich, dass ich keinen Gesprächspartner hatte, außer den Kleinen. Aber da führe ich eher Monologe 😉

Mit jedem Essen jedoch fühlte ich mich komfortabler in der Situation. Und schnell lernte ich ein paar Leute kennen, die mir im Laufe der Gespräche alle sagten, dass sie es total cool fänden, dass ich das alleine machen würde. Und mir sogar am zweiten Abend einen Platz bei ihnen am Tisch anboten. Monologe adé! 🙂

Die zwei Tage in dem Hotel wirkten länger als zwei gewöhnliche Tage, denn sie waren viel intensiver. Intensiv war vor allem die gemeinsame Zeit mit meinem Sohn, da ich für alles verantwortlich war und niemanden hatte, der mir kurz unter die Arme greifen und ihn mal kurz abnehmen konnte. Das machte es jedoch gleichzeitig so schön: Ich denke immer noch gerne an diese so innige gemeinsame Zeit zurück. Wir haben zusammen viele schöne Dinge erlebt; waren draußen auf dem Ponyhof spazieren, waren schwimmen und gemeinsam im Familien-Spa. Wir hatten viele kleine und große Momente zu zweit, die durch niemanden „gestört“ wurden. Und am Ende des Wochenendes fühlte ich mich stärker, denn ich hatte mir bewiesen, dass ich es alleine „packe“; dass es zwar anstrengend ist, aber ich dem gewachsen bin. Das hat mir zusätzliches Selbstbewusstsein als Mutter geschenkt.

Am Ende hat es sich wieder einmal bestätigt: das Verlassen der Komfortzone birgt immer die Möglichkeit für Wachstum und außergewöhnliche Erfahrungen. Ich kann es jedem nur empfehlen 🙂

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